Div. Lesefrüchte

Gefunden in faznet vom 18.02.

Islam und Körper – 

Das sexuelle Elend der arabischen Welt

In den Ländern Allahs herrscht ein krankes Verhältnis zur Frau und zum Begehren. Das muss wissen, wer bei der Bewertung der Kölner Silvesternacht der Naivität entkommen will.

Von KAMEL DAOUD

http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/islam-und-koerper-das-sexuelle-elend-der-arabischen-welt-14075502.html?printPagedArticle=true#pageIndex_2

 

 

 

 

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Meine 5. Wochenschau

Eine banaler Satz: Das Jahr vergeht so schnell … Doch in Sachen Flüchtlinge, Migration und Krieg erscheint es, als ob sich die grundlegenden Probleme nicht bewegen. Es sieht nicht aus, als ob sich die Dinge im Nahen Osten zum Besseren wenden. Ob es die früheren Fehler der USA sind oder die Verbrechen Assads oder das blinde Bomben der sog. Allianz oder  die neuen Kriegsverbrechen der russischen Bomber – es wird immer bedrückender.

Es wird mehr Flüchtlinge geben, und zusammen mit diesen werden mehr Migranten kommen. Die unterschiedlichen Motivationen gilt es zu unterscheiden. Das wird auch in dem von mir gelesenen und kommentierten Beitrag in „Der Freitag“ so gesehen:

HOUSSAM HAMADE _17.02.2016_ 10 Thesen zur Flüchtlingsfrage

„Meine 5. Wochenschau“ weiterlesen

Diesmal aus AZ München

 

Youtube-Video aus MünchenU-Bahn-Attacke: Das geschah davor, so ging es weiter

az03.02.2016 18:31 Uhr

 

Zu dem Video, das eine Auseinandersetzung in einer Münchner U-Bahnzeigt, kommen immer mehr Details ans Licht. Es stellt sich heraus, dass die Täter auch vor und nach dem Vorfall unangenehm aufgefallen sind. 

 

München – Es sind etwa 32 Sekunden, über die derzeit in München und darüber hinaus heftig diskutiert wird. So lange dauert das Video, das ein Augenzeuge von einer handgreiflichen Auseinandersetzung in der U1 in der Nähe der Haltestelle Sendlinger Tor gemacht und in den sozialen Medien veröffentlicht hat.

Darauf zu sehen ist, wie schon ausführlich berichtet, wie eine Gruppe von drei jungen Männern andere Fahrgäste angreift. Unmittelbar nachdem sich das Video am Montag im Internet viral verbreitet, es immer häufiger angesehen und geteilt wurde, konnte die Münchner Polizei noch nicht viel über den Sachverhalt sagen. Außer, dass man Kenntnis über den Vorfall habe und die Ermittlungen laufen.

Erste Erkenntnisse gab es dann am Dienstag. (Einen ausführlichen Bericht zu den Ermittlungen am Dienstag finden Sie hier.) Unklar war aber weiterhin, was passierte, bevor der Student auf den Aufnahmeknopf seines Smartphones drückte, was im Anschluss geschah und welchen strafrechtlichen Vorwurf man den drei Personen überhaupt machen kann. Jetzt ist es der Polizei gelungen, den Vorgang in der U1 zu rekonstruieren.

 Vor die Füße gespuckt, an den Po gefasst, gegen Scheibe geschlagen 

 

Demnach hat einer der drei Männer in der U1 Richtung Candidplatz einer älteren Frau aus München ohne erkennbaren Grund vor die Füße gespuckt. Als die gehbehinderte Dame und ihr Ehemann daraufhin aufstanden, habe er ihr an den Po gefasst und versucht, ihr ein Bein zu stellen. Anschließend setzten sich die beiden Herrschaften in ein anderes Abteil und erstatteten später Anzeige bei der Polizeiinspektion 32 in Grünwald.

Im U-Bahnwaggon gab sich der Mann, der die Dame bedrängt hatte nicht zufrieden, sprach eine junge Frau an und fasste ihr ins Haar. Nachdem sie ihm zu verstehen gab, sie in Ruhe zu lassen, schlug er gegen eine Fensterscheibe des Waggons. Das rief andere Fahrgäste auf den Plan, die daraufhin die Gruppe aufforderten, sich zu mäßigen.

Dann begann die Auseinandersetzung, die im Video zu sehen ist: Einer der drei Männer ging auf einen Fahrgast los, versuchte ihn zu schlagen und zu würgen. „Nur aufgrund couragierten Eingreifens weiterer Fahrgäste konnte die angespannte Situation entschärft werden.“, beschreibt die Polizei die Situation.

 

Das passierte nach dem Video: Weitere Pöbeleien in der U5

 

Am Hauptbahnhof stiegen die drei Männer in eine U5 Richtung Neuperlach um. Auch dort verhielten sie sich weiterhin agressiv und laut, so dass Fahrgäste eine Streife der U-Bahnwache auf sie aufmerksam machten. Aber auch vom Sicherheitspersonal ließen sie sich nicht zur Vernunft bringen und weigerten sich, ihre Fahrkarten vorzuzeigen.

Nur „unter Zwang“, wie die Polizei schildert, konnte man die drei Männer am U-Bahnhof Lehel aus dem Zug befördern. Anschließend kümmerten sich drei Polizeistreifen um die Feststellung der Personalien der Männer und entließen sie nach den polizeilichen Maßnahmen. Von den Vorgängen in der U1 wussten die Beamten zu diesem Zeitpunkt noch nichts.

 

„Massendelikt“, das ohne die mediale Aufmerksamkeit gar nicht im Polizeibericht gelandet wäre

 

Mittlerweile ist klar, dass es sich bei den drei Tatverdächtigen um drei 19-, 20- und 25-jährige Asylbewerber aus Afghanistan handelt, die derzeit in München und im Umland untergebracht sind. Zwei von ihnen wurden bereits abgelehnt, das Verfahren des dritten läuft noch.

Wie bei jedem Fall, ermittelt die Polizei jedoch in alle Richtungen und prüft die Tatbestände „versuchte Körperverletzung“, „Nötigung“, „Hausfriedensbruch“, „Beleidigung auf sexueller Basis“ und „Leistungserschleichung“. Es handelt sich um „Massendelikte“, die in München tagtäglich sowohl von Ausländern als auch von Deutschen begangen würden – vor allem wenn Alkohol im Spiel ist. „Dabei handelt es sich allerdings um strafrechtlich sehr niederschwellige Tatvorwürfe, die zu keinen freiheitsentziehenden Maßnahmen führen“, sagt Polizeisprecher Thomas Baumann.

Auch Täter mit deutscher Staatszugehörigkeit kämen nicht ungeschoren davon. Sie müssten, wie die drei Afghanen, mit einer Geldstrafe rechnen. U-Haft ist in solchen Fällen nicht üblich. Die Polizei ermittelt, ob die Tatverdächtigen noch mehr angestellt haben. Sollte das der Fall sein, könnte dies sich strafverschärfend auswirken. Doch auch dann gilt eine Haftstrafe als unwahrscheinlich.

Ohne die enorme Aufmerksamkeit durch das Video und dem Aufschrei in den sozialen Medien, weil es sich bei den Tätern um Afghanen handelt, wäre davon wohl gar nicht im Polizeibericht berichtet worden. Die Polizei versucht, alle Zeugen und Betroffenen des Vorfalls zu ermitteln und zu befragen. Die junge Frau aus der U 1 hat sich inzwischen gemeldet, auch das ältere Ehepaar hat eine Aussage gemacht. Unklar ist, warum die drei Afghanen auf Krawall aus waren. Provoziert seien sie nicht worden, so die Polizei.

 

Anmerkung der Redaktion: Aufgrund der Flut an unsachlichen und fremdenfeindlichen Kommentaren mit teilweise strafrechtlich relevantem Inhalt sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion für diesen Beitrag zu deaktivieren. Wir bedauern, dass eine sachliche Diskussion zu diesem Thema offenbar nicht möglich ist.

Diesmal aus „Die Welt“ 02.02.2016

29.01.16

Oxford-Ökonom

„Ist Merkel schuld an Flüchtlingskrise? Wer sonst?“

Der Migrationsforscher Paul Collier weist allein Angela Merkel die Schuld an der Flüchtlingskrise zu. Die deutsche Einwanderungspolitik habe niemanden gerettet – sondern „eher Tote auf dem Gewissen“. Von  

Oxford-Ökonom Paul Collier hat mit seinem jüngsten Buch zum Thema Migration nicht nur in der Wissenschaft Furore gemacht. Er sieht keine Alternative zu Stabilisierung und zum Wiederaufbau der Heimatländer der Flüchtlinge

Foto: Getty ImagesOxford-Ökonom Paul Collier hat mit seinem jüngsten Buch zum Thema Migration nicht nur in der Wissenschaft Furore gemacht. Er sieht keine Alternative zu Stabilisierung und zum Wiederaufbau der Heimatländer der Flüchtlinge

Paul Collier ist ein viel beschäftigter Mann. Der in Oxford lehrende Ökonom(Link: http://users.ox.ac.uk/~econpco/) gehört zu den führenden Migrationsforschern weltweit. Seine Empfehlungen zur Lösung der größten Flüchtlingswelle seit dem Zweiten Weltkrieg sind gefragt. Gleich zu Beginn des Interviews mahnt er zur Eile, die Investorenlegende George Soros brauche Rat für die passende Entwicklungshilfe.

Der ehemalige Direktor der Weltbank warnt vor falschen Tabus und plädiert für eine leidenschaftslose Analyse. Die Polarisierung zwischen Gegnern und Befürwortung der Einwanderung mischt er gehörig auf. Nichts verdeutlicht das mehr als sein wegweisendes Buch zum Thema Migration, das er 2014 unter dem Titel „Exodus: Warum wir Einwanderung neu regeln müssen (Link: http://www.randomhouse.de/Buch/Exodus/Paul-Collier/e309019.rhd) “ geschrieben hat. Der „Welt“ gab der 62-jährige Brite, der selbst Enkel eines Einwanderers ist, exklusiv ein Interview.

Die Welt: Derzeit befinden sich 60 Millionen Menschen auf der Flucht, so viele wie noch nie seit dem Zweiten Weltkrieg. Dennoch warnen Sie, dass dieser Exodus erst der Beginn sein könnte. Warum?

Paul Collier: Man muss da ganz klar unterscheiden. Wir haben es in dieser Flüchtlingskrise zum einen mit gescheiterten Staaten wie Syrien zu tun. Den Menschen, die von dort flüchten, geht es um das nackte Überleben. Da reden wir von ungefähr 14 Millionen Menschen. Und dann gibt es noch all jene, die in armen Ländern leben und sich auf den Weg in die reiche westliche Welt machen, um dort ihr Glück zu finden. Das sind Hunderte Millionen Menschen. Eine gewaltige Masse, die, wenn sie sich einmal in Bewegung setzt, kaum noch steuerbar ist.

Die Welt: Müssen wir uns darauf einstellen, dass sich halb Afrika auf den Weg macht?

Collier: Das Chaos in vielen afrikanischen Staaten nimmt definitiv zu. Der frühere Weltbank-Ökonom Serge Michaïlof vertritt ja die These, dass die Region südlich des Äquators das nächste Afghanistan werden könnte. Dort leben etwa 100 Millionen Menschen, und vor allem in Mali und im Niger ist die Lage bereits sehr instabil. Und dann kommt da die deutsche Kanzlerin und spricht davon, dass Europas Türen offen sind. Überlegen Sie doch einfach mal, wie das bei diesen Menschen ankommt.

Die Welt: Sie meinen, Angela Merkel ist schuld an der Flüchtlingskrise in Europa?

Collier: Wer sonst? Bis zum vergangenen Jahr waren Flüchtlinge für Europa kein großes Thema. Ich verstehe bis heute nicht, warum Frau Merkel so gehandelt hat. Sie hat Deutschland und Europa damit definitiv ein gewaltiges Problem aufgebürdet, das sich nun auch nicht mehr so einfach lösen lässt.

Die Welt: Wird das Merkel die Kanzlerschaft kosten?

Collier: Das kann ich beim besten Willen nicht beantworten. Aber was ich sagen kann: Durch ihre Kommunikation hat sie aus Flüchtlingen erst Migranten gemacht.

Die Welt: Das bedeutet?

Collier: Ganz einfach: Deutschland gefällt sich offensichtlich in der Retterrolle. Aber es grenzt an keines der Krisen- oder Kriegsländer. All diese Menschen, die zu Ihnen kommen, haben sich aus sicheren Drittstaaten auf den Weg gemacht. Deutschland hat keinen einzigen Syrer vor dem Tod gerettet. Im Gegenteil: Deutschland hat trotz bester Absichten eher Tote auf dem Gewissen. Die Sache ist völlig aus dem Ruder gelaufen. Viele Menschen haben Merkels Worte als Einladung verstanden und sich danach überhaupt erst auf den gefährlichen Weg gemacht, haben ihre Ersparnisse geopfert und ihr Leben dubiosen Schleppern anvertraut.

Die Welt: Dann hat Ungarns Premier Viktor Orbán recht, wenn er Europa durch Zäune und Wälle vor dem Ansturm der Massen schützen will?

Collier: Mich interessiert in keiner Weise, was einzelne Politiker dazu zu sagen haben. Aber Grenzen und Zäune sind sicherlich nicht die Lösung für das Problem.

Die Welt: Sondern?

Collier: Es muss einen radikalen Schwenk in der Kommunikation geben. Europa muss klar sagen, dass sich die Wohlstandsmigranten gar nicht erst auf den Weg zu machen brauchen. Und auch die Flüchtlinge, die sich in Sicherheit bringen wollen, können das nicht länger in Europa tun, sondern in den sicheren Nachbarstaaten, ganz so, wie es völkerrechtlich festgelegt ist. Das Prinzip, dass sichere Anrainerstaaten Schutz bieten sollen, muss aus zwei Gründen zwingend gelten: Zum einen kommen die Flüchtlinge in das sichere Nachbarland am einfachsten hinein, ohne sich unnötig in Gefahr zu bringen. Und wenn wieder Frieden in ihrer Heimat herrscht, können die Flüchtlinge auch sehr einfach wieder zurück und beim Wiederaufbau helfen.

Die Welt: Viele Flüchtlinge in Deutschland scheinen sich allerdings langfristig hier niederlassen zu wollen.

Collier: Das wird in der ganzen Diskussion oft vergessen. Es machen sich vor allem die vergleichsweise gut ausgebildeten und relativ Wohlhabenden auf den Weg. Genau diese Menschen werden auch nicht wieder zurückgehen, wenn sie einmal im Westen Fuß gefasst haben. Den Krisenländern fehlen dann genau jene Menschen, die sie für eine stabile Zukunft am dringendsten brauchten.

Die Welt: Aber der Libanon, die Türkei und Jordanien können die Last doch jetzt schon nicht mehr schultern.

Collier: Ich habe mir eines dieser Aufnahmelager in Jordanien angesehen. Das Leben dort ist nicht großartig, aber erträglich. Und nur darauf kommt es an. Wir müssen den Menschen, die ihre Heimat nicht freiwillig verlassen haben, helfen. Aber deshalb haben sie noch lange keinen Anspruch auf einen Platz im europäischen Wohlstandshimmel.

Die Welt: Damit machen Sie es sich aber sehr einfach.

Collier: Nein, keineswegs. Natürlich sollen die Schwellenländer nicht auf den Kosten der Flüchtlingsversorgung sitzen bleiben. Es ist definitiv Sache der reichen Länder, sie dafür angemessen zu entschädigen.

Die Welt: Dann gefällt Ihnen Schäubles Vorschlag eines Marshallplans für die sicheren Anrainerländer?

Collier: Absolut, das ist genau der richtige Ansatz. Dreh- und Angelpunkt ist es allerdings, all diese Menschen wieder in Jobs zu bringen. Momentan haben die Flüchtlinge in den großen Auffanglagern in Jordanien oder der Türkei keine wirkliche Perspektive. Bringt man sie vor Ort in Jobs, schwindet auch der Anreiz, weiter nach Westeuropa zu ziehen. Wer Jobs schafft, hat auch eine gewisse Kontrolle über die Flüchtlinge. Zäune hingegen oder Schutzgeld für die Türkei sind weniger effektiv.

Die Welt: Wer soll denn diese Millionen von Jobs in Jordanien schaffen?

Collier: Die deutsche Wirtschaft ist dafür geradezu prädestiniert. Deutsche Unternehmen haben doch massenhaft Jobs nach Polen oder in die Türkei verlagert. Warum also nicht auch nach Jordanien?

Die Welt: Weil es dort unter anderem an der nötigen Infrastruktur, Absatzmärkten und ausgebildetem Personal fehlt?

Collier: Jordanien hat sogar extra Wirtschaftszonen eingerichtet, die bestens erschlossen sind. Auch müssen sie kein Kernphysiker sein, um in einer Werkhalle zu arbeiten. Die Syrer sind nicht schlechter qualifiziert als etwa die Türken.

Die Welt: Wenn es so einfach ist, warum streitet Europa dann über Grenzsicherung und Flüchtlingsobergrenzen?

Collier: Europa führt die völlig falsche Debatte. Die Europäische Union ist nicht zuständig für die Aufnahme der Flüchtlinge. Es ist aber sehr wohl zuständig dafür, seine eigenen Grenzen zu sichern, entweder gemeinschaftlich oder, wenn das nicht geht, dann eben jeder Einzelstaat für sich. Ich verstehe nicht, warum darüber überhaupt debattiert wird.

Die Welt: Weil das Schengenabkommen, eine der zentralen Errungenschaften des Binnenmarktes, damit unweigerlich zu Grabe getragen würde.

Collier: Schengen ist doch längst tot. Und wissen Sie was: Das macht auch nichts. Meine Heimat Großbritannien ist auch nicht Teil des Schengenabkommens. Ich kann nicht erkennen, dass das irgendeinen Nachteil hätte. Schengen ist nur so ein theatralisches Symbol der Brüsseler Politiker. Man will damit so etwas wie einen europäischen Staat suggerieren. Aber Schengen hat nichts mit Europa zu tun. Was zählt, ist, dass wir von einem Land ins andere reisen können. Und das geht auch ohne Schengen.

Die Welt: Das sehen die Exporteure innerhalb der EU definitiv anders. Sie befürchten enorm steigende Kosten, wenn die Grenzbäume wieder unten sind.

Collier: Das Argument halte ich für vorgeschoben. Wenn ich nach Kontinentaleuropa einreise, zeige ich meinen Pass vor, das dauert zehn Sekunden, und mehr Aufwand ist das nicht. Wichtig ist, dass man frei reisen kann, und dafür braucht man kein Schengen. Es ist doch ganz einfach: Jedes Land ist dafür zuständig, seine eigenen Grenzen zu sichern. Sie können auch nicht einfach so nach Botsuana einreisen. Warum soll das in Europa anders sein?

Die Welt: Also wird Europa nicht an einem möglichen Ende von Schengen zerbrechen?

Collier: Europa wird überhaupt nicht zerbrechen. Das ist alles übertrieben. Das Problem wird gelöst werden, entweder durch die Staaten gemeinsam oder durch einzelstaatliche Lösungen.

Die Welt: In Ihrem Buch haben Sie davor gewarnt, dass zu viele Migranten die soziale Struktur der Gesellschaft gefährden. Gerade nach den Übergriffen von Köln ist diese Gefahr doch real?

Collier: Das glaube ich nicht. Die Menschen werden erkennen, dass der Zustrom nur die Folge eines großen Politikfehlers war, der wieder behoben wird. Aber sicher wird es mit der Integration schwierig. Diese wird umso schwieriger, je mehr Migranten sich in einem Land befinden und auf engem Raum zusammenleben. Denn dann sinkt die Notwendigkeit, sich wirklich kulturell und sprachlich für das Gastland zu öffnen. In der Folge entstehen schwer steuerbare Parallelgesellschaften.

Die Welt: Beispiele dafür gibt es zuhauf. Aber an welchen Ländern, die das Problem gut gelöst haben, könnte sich Europa denn ein Beispiel nehmen?

Collier: Die USA haben die Einwanderung erfolgreich für sich nutzen können. Und auch Kanada und Australien sind Beispiele für gute Integration. Beide Länder betreiben eine sehr selektive Zuwanderungspolitik. Kanada etwa nimmt nur 25.000 Syrer auf – und auch nur Familien, keine allein reisenden jungen Männer. Viele Probleme, über die Europa jetzt klagt, entstehen so gar nicht erst.

Meine 4. Wochenschau

Im Tagesspiegel wurde zum Holocaust Gedenktag am 26.01.2016 ein Kommentartext mit folgendem Beginn veröffentlicht:

„Holocaust-Gedenktag

Die Bundesregierung muss die Juden in Deutschland schützen

Von Stephan-Andreas Casdorff

Die moralische Pflicht, die der Holocaust jeder deutschen Regierung auferlegt, besteht nicht allein im Erinnern. Es muss jeder Gefahr der Wiederholung entgegengewirkt werden. Ein Kommentar.

(…)“

Mir kamen bei der Lektüre des Tagesspiegel-Artikels erhebliche Bedenken hinsichtlich dieses Zieles „Schutz der Juden“ und den durch die muslimische Einwanderungswelle erhöhten Risiken. Den folgenden Text „Voll ins Risiko“ habe ich in die Forum-Diskussionsseite geschickt; mein Account wurde gelöscht.

Voll ins Risiko

Sind die Risiken abgewogen worden? Der Autor meint dass die Kanzlerin wusste, was sie tat:

Merkel hat es selbst bereits anklingen lassen. Unter den vielen, die nach Europa und ganz besonders nach Deutschland kommen, sind Islamisten, sind Muslime, die alles andere und vor allem alles Jüdische ablehnen. Die streben nicht nach den Idealen der Aufklärung; und von denen sind manche nicht nur in ihren Sprüchen radikal.

Das ist sehr vorsichtig formuliert. Man kann auch sagen: Die Erfolge bisheriger Integrationsarbeit sind bescheiden. Die Arbeitslosenquoten in der 1. und 2. Generation der muslimischen Migranten liegen hoch, die Einstellungen zu demokratischen Werten wie Toleranz und Respekt vor Andersgläubigen sind Besorgnis erregend (WZB-Studie), aktive Gewalterfahrungen häufig (Pfeiffer ua 2010).

Polizei, Verwaltung und Justiz sind in den vergangenen Jahren zusammen gestrichen worden; auf die von der Kanzlerin noch angeheizte Einwanderungswelle sind sie nicht vorbereitet. Dies Land hätte vorbereitet sein können, wenn die Regierung die verfügbaren Informationen und Warnungen aufgenommen hätte; sie hat es nicht.

Die Voraussetzungen für ein friedliches Miteinander sind schlecht, weil die CDU bis vor Kurzem von Ein- und Zuwanderung nichts wissen wollte. Der Kurswechsel verdankt sich m. E. nicht Flüchtlingsnotwendigkeiten, sondern einer Einanderungseuphorie. Vorher mögliche Steuerungen der Einwanderung waren verpasst; dann Merkels Panikhandlung.

Der Fund von Recklinghausen und das Ereignis von Köln sind Schlaglichter auf undurchsichtige, gefährliche Parallelgesellschaften. Es sind Männer hinzu gekommen, die hinsichtlich Gewalt und Kampf elektrisiert sind durch IS-Propaganda. Dazu in ihren Heimatgesellschaften: Wenig Aufstiegchancen, Männerüberschuss wg. Vielehenresultierende.

Was daraus aus meiner Sicht resultiert: Gefahr insbesondere für Bürger jüdischen Glaubens. Da kann die Kanzlerin noch so betroffen schauen.

Und 2016 kommt eine weitere Million hinzu.“

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Nach diesem Text erfolgte von der „Community“ des Tagesspiegels die Abschaltung. Ich hatte vorher einige Kommentare geschrieben mit kritischen Anmerkungen zu arabisch-islamischen Gesellschaften. Nach der Abschaltung fragte ich nach den Gründen; man antwortete, meine Texte seien insgesamt rassistisch und islamfeindlich, damit Fremdenfeindlich. Unter Anderem hatte ich auf eine WZB-Studie hingewiesen, nach welcher die Mehrheit (>65%) der  in Deutschland lebenden Muslims unemokratische Werthaltung häten, namentlich dass die Regeln des Korans Vorrang vor weltlichen Gesetzen hätten.

Weeiterhin hatte ich in Zweifel gezogen, dass eine gegen den Islam gerichtete Haltung gleichbedeutend mit Rassismus sei. Zu den von LehrerInnen berichteten Äusserungen Jugendlichen arabischer Herkunft, dass Deutsche beschimpft würden (- deutsche Mädchen auch als Huren) gab es seit 2010 gelegentliche Pressedabatten über „Deutschenfeindlichkeit“. Im Tagesspiegel wurde Ansichten von Wissenschaftlerinnen mit dem Tenor wiedergegeben,  dass es a. keine Deutschenfeindlichkeit gebe und b. dieser Begriff unzulässig sei, weil „der Westen“ Unterdrücker der anderen Völker seim, und c. dass jede unschöne Äusserung eines Unterdrückten als Reaktion auf Unterdrückung durch Unterdrücker gesehen werden müsse. Mit anderen Worten: Wenn ein arabischer Rotzlöffel  seine Mitschülerin als „ungläubige Nutte“ beschimpft, ist diese als Vertreterin der Unterdrückerklasse selbst schuld. Seither erwähnt der Tagesspiegel „Deutschenfeindlichkeit“ nicht mehr

Hier der Text dazu aus einer Webseite, die uA vom DGB und GEW unterstützt wird:

„Deutschenfeindlichkeit“ – Was soll das sein?

„Deutschenfeindlichkeit“ taucht in gewisser Regelmäßigkeit in Debatten um Rassismus auf. Doch der Begriff missachtet Machtverhältnisse von Minderheiten und Mehrheitsgesellschaft und ist ein Kampfbegriff aus der rechten Ecke.

Von Yasemin Shooman

http://www.mut-gegen-rechte-gewalt.de/debatte/kommentare/deutschenfeindlichkeit-4956/

Die pauschale Verunglimpfung von Menschen aufgrund ihrer ethnischen Herkunft ist in jedem Fall rassistisch, egal ob die Opfer Zuwanderer oder Deutsche sind. Hier darf auch der Gesetzgeber keine Unterschiede machen. Wer in Deutschland Haß gegen Ausländer schürt, der wird wegen Volksverhetzung bestraft. Und das ist auch gut so. Wer aber zum Haß gegen die deutsche Bevölkerung aufstachelt oder Deutsche generell beschimpft, der geht straffrei aus.“

Rückgabe von Diskriminierung

Wenn Angehörige gesellschaftlich marginalisierter Gruppen durch „deutschenfeindliche“ Äußerungen und Taten auffallen, stellt sich jedoch die Frage, inwiefern es sich hierbei um die Übernahme ethnisierender Zuschreibungen und die Rückgabe erlebter Diskriminierungen handelt. Die strukturelle Ausgrenzung, die solche Jugendlichen erfahren, tritt nicht zuletzt in der Verweigerung von Zugehörigkeit zutage. Wenn die Betreffenden von der Mehrheitsgesellschaft, deren Zuschreibungsmacht gegenüber Minderheiten nicht zu unterschätzen ist, ständig als „AusländerInnen“ „MuslimInnen“ oder „MigrantInnen“ bezeichnet werden, ist eine daraus folgende Selbstsethnisierung wenig verwunderlich, da ihnen andere Identitätsangebote nicht zur Verfügung stehen. Denn unsere Selbstverortung als Individuum hängt bekanntlich in hohem Maße auch davon ab, wie wir erleben, dass uns die anderen sehen.“

 

Interessant finde ich hier, dass der Begriff „deutschenfeindlich“ in ähnlicher Weise durch die Anführungszeichen als nicht wirkliche, nur angebliche Frage lächerlich gemacht wird. Ähnlich wurde lange im TV der „besorgte Bürger“ eingestuft; das habe ich seit der Woche nach Köln nicht mehr gefunden.

Ich erlaube mir, den Begriff „Flüchtlinge“ mit diesem Begriff zu schmücken.

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War oben der Begriff „Deutschenfeindlichkeit“ als Kampfbegriff der rechten Ecke geschmäht worden, so rückt das den BMI und die renommierten Forscher dorthin, denn sie nehmen gerade diese Bezeichnung auf:

Pfeiffer u. a. (2010): Kinder und Jugendliche in Deutschland: Gewalterfahrungen, Integration, Medienkonsum – Zweiter Bericht zum gemeinsamen Forschungsprojekt des Bundesinnenministeriums des Innern und des Kriminologisches Forschungsinstitut Niedersachsen e.V. (KFN)

In extremer Form äußern sich negative Einstellungen gegenüber Deutschen in aggressiven Übergriffen; in Anlehnung an den Begriff der „Ausländerfeindlichkeit“ lässt sich hierbei auch von „Deutschfeindlichkeit“ sprechen. Die nichtdeutschen Jugendlichen sollten im Fragebogen angeben, ob sie schon einmal jemanden beschimpft oder geschlagen und verletzt haben, weil er Deutscher war bzw. ob sie schon einmal ein Haus beschädigt haben, das von Deutschen bewohnt wurde. Fast ein Viertel der nichtdeutschen (westdeutschen) Jugendlichen berichtet davon, bewusst einen Deutschen beschimpft zu haben (23,7 %); 4,7 % haben absichtlich einen Deutschen geschlagen, 2,1 % ein von Deutschen bewohntes Haus beschädigt.

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Zu der Frage „Anti-Islamismus = Rassismus“ gibt es eine ältere Veröffentlichung in der TAZ – http://www.taz.de/!5166212/

NECLA KELEK: Muslime missbrauchen Rassismusbegriff

Der menschliche Makel

Die Muslimverbände bagatellisieren nicht nur den Rassismus-Begriff, sie schlagen auch Kapital aus dem Schreckenswort. Es wird zum Knüppel gegen Kritik und verschleiert eigene Ressentiments.

Der Mensch wird als Muslim geboren, wenn nicht, macht ihm der Islam das Angebot, diesen menschlichen Makel durch Übertritt zu tilgen. Jedes Kind mit einem muslimischen Vater ist nach islamischem Brauch per Geburt Muslim, denn Muslimsein ist in den Augen der Gläubigen die natürliche Form des Menschseins. Austreten kann man aus dieser Religion nicht, es sei denn, man nimmt den Tod mit anschließender Höllenfahrt in Kauf.

Der Einzelne ist per Geburt Muslim, wie ein anderer große Ohren oder blonde Haare hat. Eine Entscheidung über diesen Zustand steht ihm nicht zu, er ist sozusagen von Gott gegeben. Ihn wegen dieser Besonderheit oder dieses Stigmas zu kritisieren, ist deshalb diskriminierend, weil Muslimsein das eigentliche menschliche Privileg ist und ein Muslim nichts dafür kann, dass er Muslim ist.

So jedenfalls erscheint das schlichte Argumentationsmuster des Koordinierungsrats der Muslime (KRM), der Dachorganisation der Islamverbände in Deutschland, und des Interkulturellen Rats, eines Zusammenschlusses von Gewerkschaftern und anderen „Antirassisten“, zu sein. Sie rufen ab heute zu „Internationalen Wochen gegen Rassismus“ auf: „Islamfeindlichkeit ist die gegenwärtig an meisten verbreitete Form von Rassismus in Deutschland“, lassen sie verlauten.

Nun könnte man sich über die Schlichtheit der Argumentation lustig machen (es würde wohl wiederum den Vorwurf des Rassismus nach sich ziehen), wenn die Sache nicht so politisch irre wäre. Irre, weil hier die Spitzenorganisation des Islam in Deutschland die Muslime zu Opfern von Rassismus stilisiert, ohne auch nur einen Gedanken daran zu verschwenden, wie gefährlich es ist, Begriffe auf diese Weise zu bagatellisieren. „Unter Islamfeindlichkeit verstehen wir“, so im Aufruf der Organisatoren „wenn Muslime herabwürdigend beurteilt und Diskriminierungen befürwortet werden”.

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Und zum Schluss für diese Woche einige Gedanken zur Frage, wie viele Menschen evtl. für den Familienzuzug in Frage kommen. Ausgangspunkt ist der Umstand, dass rd. 80% der „Flüchtlinge“ Männer sind. Der nachfolgende Text ist ein Ausschnitt eines Berichtes in der WELT 30.09.2012     http://www.welt.de/politik/deutschland/article109544417/Polygamie-in-der-Migranten-Parallelgesellschaft.html

„Polygamie in der Migranten-Parallelgesellschaft

Etliche Muslime in Deutschland sind mit mehreren Frauen verheiratet. Einige können ihren Miniharem nur dank Hartz IV finanzieren. Über das heikle Thema schreibt der Jurist und Autor Joachim Wagner. (…)

Polygamie – 30 Prozent aller arabischstämmigen Männer?

Nach den Beobachtungen von Claus Röchert, Leiter der AG Integration und Migration der Berliner Polizeidirektion 5, ist die Vielehe in der „arabischen Community ein gängiges Phänomen, insbesondere unter Libanesen und Palästinensern“. Der palästinensische Betreuer junger Straftäter, Nader Khalil, nimmt an, dass 20 Prozent von seinen Freunden in Berlin eine Zweitfrau haben.

Der libanesische Familienhelfer Abed Chaaban in Neukölln schätzt, dass 30 Prozent aller arabischstämmigen Männer in Berlin mit zwei Frauen verheiratet sind – mit einer staatlich, mit der anderen islamisch.

Die Zahl der Mehrehen hat nach den Erfahrungen von Röchert, Chaaban, der Flensburger Familienrechtsanwältin Sabine Scholz sowie einer Neuköllner Männer- und Väter-Selbsthilfegruppe in den letzten Jahren sogar zugenommen. Trotzdem: Vielehen sind ist noch lange kein Massenphänomen, aber auch „keine Einzelfälle“ mehr.

Dass sich die Polygamie trotz Verbots hierzulande einnistet, hat fünf Ursachen. Erstens: Die Scharia duldet Vielehen mit bis zu vier Frauen. Zweitens: In der Anonymität der modernen Gesellschaft und der Vielfalt der Partnerbeziehungen lässt sich das Zusammenleben mit mehreren Frauen beziehungsweise Familien gut tarnen.

Drittens: Wirtschaftlich braucht der Mann sich nicht um die Zweitfrau zu kümmern, weil der Staat die Unterhaltspflichten für die Zweitfrau und ihre Kinder über Hartz IV übernimmt. Viertens: Die Imame scheren sich nicht um den Hintergrund von Eheschließungen, interessieren sich nicht dafür, ob sie gerade die Erst-, Zweit- oder Drittfrau trauen.

Polygamie durch Orientierung an Scharia

Dass in Deutschland heute wieder in Miniharems gelebt wird, liegt daran, dass sich viele geistliche Trauungen an der Scharia orientieren und einige Männer das Nebeneinander von islamischem und deutschem Familienrecht rücksichtslos zu ihrem Vorteil nutzen. Fast alle Imame fragen wie etwa der Neuköllner Eheschließer Ali Chahrour vor einer Trauung nicht nach dem Familienstand des Mannes.

Auch die Flensburger Familienrechtsexpertin Sabine Scholz sieht in den Imamen die Hauptverantwortlichen. Als Verfahrensbeistand für zwei Kinder lernte sie einmal eine Frau kennen, die weitere sechs Kinder hatte. Jahrelang hatte sie nicht gewusst, dass sie eine Zweitfrau war, da sie nur religiös getraut war.

Als der Geistliche sie verheiratete, hätte der eigentlich wissen müssen, dass ihr Mann bereits standesamtlich verheiratet war und vier Kinder hatte, denn er lebte mit seiner Erstfamilie im selben Stadtteil, in der Flensburger Nordstadt.

Nur schwer kann die Anwältin ertragen, dass der Staat diese Zweitehe auch noch finanziert, weil das Jobcenter den Vater der Kinderschar unbehelligt lässt. Die Zweitfrau gab sich gegenüber den Ämtern, auch nicht ganz korrekt, als Alleinerziehende aus und kassierte mit Wohngeld, Kindergeld, Erziehungsgeld und Unterhaltsvorschuss für die acht Kinder so viel, dass sie nicht einmal mehr einen Hartz-IV-Antrag stellen musste.

Vielehen durch Sozialstaat finanziert

Den Behörden erzählte sie, dass sie von einigen Kindern den Vater nicht kenne, von anderen nannte sie den wirklichen Vater, der ihr gegenüber, was sie aber Jahre nicht wusste, einen anderen Namen nutzte als bei ihrer Konkurrentin. Und wenn der Mann bei der Erstfrau weilte, machte er der Zweitfrau weis, dass er beruflich nach Berlin müsse, und tauchte dann für mehrere Tage oder Wochen nicht mehr auf.“